Heilkreide – ein Geschenk der Natur

Die Natur der Insel Rügen schenkt uns den Rohstoff für ein
besonderes Naturheilmittel. Die beeindruckende Kreideküste der
Halbinsel Jasmund ist das Wahrzeichen der Insel Rügen. Das Ge-
stein, welches diese Küstenlandschaft bildet, wird geologisch
als „Rügener Schreibkreide“ bezeichnet. Diese befindet sich unter
der gesamten Insel. Die Kreideküste steht als Teil des Nationalparks
Jasmund unter besonderem Schutz. Der Abbau erfolgt im Landes-
inneren der Halbinsel Jasmund.

Unter dem Rasterelektronenmikroskop offenbaren sich faszinierende
Formen und Strukturen, die von der Entstehung der Kreide erzählen.

Die Kreide ist ein biogenes Sedimentgestein. Dies bedeutet, sie
ist ein Ablagerungsgestein, welches aus Lebewesen entstanden ist.
Die Rügener Kreide bildete sich aus den kalkigen Überresten ver-
schiedener Meeresorganismen.

Einen großen Anteil an der Bildung der Kreidesedimente haben
planktische Geißelalgen (Coccolithophoriden). Dabei handelt es
sich um Einzeller, die zur Stützung ihres Körpers ein Skelett aus
kleinen meist runden bis ovalen Kalkplättchen (Coccolithen)
besitzen. Sterben diese Organismen ab, so sinken sie auf den
Meeresgrund und zerfallen in die kleinen Kalkplättchen, welche
ganz langsam das Kreidesediment bildeten. Dadurch besitzt die
Rügener Heilkreide ihre besondere Feinheit. In 1000 Jahren ent-
standen ca. 3,5 cm Kreide.

Die auf Rügen oberflächennah anstehende Kreide, die für die
Herstellung der Heilkreide genutzt wird, entstand vor ca. 69-67
Mio. Jahren. Die Rohkreide wird von der Kreidewerk Rügen GmbH
im Kreidetagebau Promoisel gewonnen.

Von den erschlossenen Kreidevorkommen in Deutschland eignet
sich lediglich die Rügener Kreide zur Herstellung von Heilkreide.
Aus der Rohkreide wird durch Aufschlämmen, Trennen von unge-
wünschten Bestandteilen (z.B. Flintsteinen), Korngrößensortierung
und Trocknung die besonders feine Heilkreide hergestellt.




Kreideküste
Rohkreide stark vergrößert

Rohkreide unter dem
Rasterelektronenmikroskop
(Foto TU Darmstadt,
Fotoarchiv Kreidemuseum
Gummanz)
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Coocolithophoriden

Coocolithophoriden
(Foto UNI Bremen)
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